Druckguss aus Einkaufssicht

Der Stückpreis ist nicht entscheidend. Wir liefern Entscheidungsgrundlagen für Total Cost of Ownership, Werkzeugstrategie, Lieferkettenbewertung und CBAM-Risiken.

Total Cost of Ownership statt Stückpreis

01

Werkzeugkosten

Bei 10.000 Stück/Jahr über 5 Jahre: Werkzeugkosten = 2€/Stück. Bei reiner Stückpreisbetrachtung unsichtbar.

  • DE-Werkzeug: 45.000€
  • TR-Werkzeug: 25.000€ (DE-Abnahme)
  • Ersparnis: 20.000€ = 4€/Stück über 5 Jahre
02

Nacharbeit & Ausschuss

Ein billiges Werkzeug produziert teure Teile. Prozessfähigkeit entscheidet über Nacharbeitskosten.

  • Ausschussquote <1% vs. 3-5%
  • Nacharbeit: Entgraten, Nachpolieren
  • Mess- und Prüfaufwand pro Los
03

Logistik & Working Capital

Lieferfrequenz beeinflusst Lagerhaltungskosten und Kapitalbindung.

  • Losgrößen: 500 vs. 5.000 Stück
  • Lagerhaltung: Platz + Versicherung
  • Kapitalbindung: 12% p.a.
04

Qualitätskosten

Reklamationen, Sortierungen, Nachlieferungen – oft versteckte Kostenblöcke.

  • Reklamationsbearbeitung: 800€/Fall
  • 100%-Sortierung: 0,50€/Stück
  • Eilfracht: 1.500€/Sendung
05

Koordinationsaufwand

Multi-Lieferanten-Modell: Werkzeugbauer, ZDG-Gießer, ADG-Gießer, Veredler.

  • Abstimmungsaufwand: 2h/Woche
  • Schnittstellenprobleme
  • Unklare Verantwortlichkeiten
TCO

Echte Gesamtkosten

Stückpreis: 8,50€
+ Werkzeug-Umlage: 2,00€
+ Nacharbeit: 0,40€
+ Logistik: 0,30€
+ Qualität: 0,25€
+ Koordination: 0,15€

= 11,60€ / Stück

Werkzeugstrategie: Deutschland vs. Türkei

Strategie A: 100% Deutschland

Werkzeugkosten
45.000€
Lieferzeit Werkzeug
12 Wochen
Stückpreis (Serie)
8,50€

Vorteile:

  • Kurze Abstimmungswege
  • Schnelle Korrekturen
  • Ein Ansprechpartner

Nachteile:

  • Höchste Werkzeugkosten
  • ADG oft nicht verfügbar (Energie)

Strategie B: Scheer-Modell (DE + TR)

Werkzeugkosten
25.000€
Lieferzeit Werkzeug
9 Wochen
Stückpreis (Serie)
7,20€

Vorteile:

  • -44% Werkzeugkosten
  • 3 Wochen schnellere Lieferzeit (mehr Kapazitäten in TR)
  • ADG verfügbar (TR-Energie)
  • Deutsche Abnahme & QS
  • Ein Kreditor, ein Vertrag

Nachteile:

  • Keine nennenswerten – das Scheer-Modell vereint alle Vorteile
Ersparnis über 50.000 Stück: 85.000€

CBAM: CO₂ wird Teil Ihrer Stückkosten

Ab 2026 wird die EU-Kommission CO₂-Emissionen von importierten Waren bepreisen (Carbon Border Adjustment Mechanism). Aluminium gehört zu den ersten betroffenen Produktgruppen.

Was wird bepreist?

  • CO₂-Emissionen bei Aluminium-Verhüttung
  • Primär-Aluminium: ~10-15 t CO₂/t Material
  • Sekundär-Aluminium: ~0,5 t CO₂/t Material
  • Energiemix des Produktionslandes

Beispielrechnung (100g Bauteil)

Primär-Al aus China (Kohle): 1,2 kg CO₂
CBAM-Preis (geschätzt 80€/t): 0,096€/Stück
Bei 50.000 Stück/Jahr: 4.800€/Jahr

Wie Scheer unterstützt

  • Materialherkunft dokumentieren
  • CO₂-Footprint pro Bauteil berechnen
  • Sekundär-Aluminium bevorzugen
  • Türkische Produktion (Wasserkraft-Mix)

CBAM-Check für Ihre Bauteile

Wir berechnen den voraussichtlichen CO₂-Aufschlag und zeigen Optimierungspotenzial.

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Make-or-Buy Entscheidung

Kriterium
Eigenfertigung
Fremdbezug (Scheer)
Investition
Druckgussmaschine: 250.000€
Werkzeuge: 45.000€
Personal: 2 FTE
Null Investition
Pay-per-Part
Mindestmenge
Ab 100.000 Stk/Jahr wirtschaftlich
Ab 500 Stk wirtschaftlich
Flexibilität
Hohe Fixkosten bei Auslastungsschwankungen
Variable Kosten, skalierbar
Know-how
Aufbau über Jahre, Mitarbeiterbindung
Sofort verfügbar, 30 Jahre Erfahrung

Beschaffungsstrategie entwickeln

Lassen Sie uns Ihre Anforderungen bewerten: Stückzahl, Toleranzen, Lieferkette, CO₂-Budget. Wir zeigen Ihnen die Total Cost of Ownership.

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